KI in Videospielen – welche Vorteile bringt die Technologie?

Vanessa Sanger

Künstliche Intelligenz (KI) gilt als die technologische Errungenschaft unserer Zeit, befähigt sie doch Maschinen zu ziemlich unglaublichen Leistungen, von denen wir vor einigen Jahrzehnten noch nicht einmal zu träumen gewagt hätten. KI nimmt uns Arbeit ab, hilft bei der Überwachung und verstärkt viele Sicherheitsmaßnahmen, beispielsweise durch den flächendeckenden Einsatz im Online-Banking.

In der Geschäftswelt macht man folglich bereits fleißig Gebrauch von all den willkommenen Vorzügen und die Gamingbranche ist da keine Ausnahme. Schließlich steht kaum ein anderer Bereich der Nutzung neuer Technologien so offen gegenüber wie der gesamte Videospiel-Sektor. So übernimmt KI nicht nur im Entwicklungsprozess neuer Games eine wichtige Rolle, sondern wird auch aktiv in die digitalen Spielwelten selbst integriert.

Doch wie genau muss man sich das Ganze vorstellen? Welche Veränderungen ergeben sich dadurch für Nutzer und sind diese durchweg positiv zu sehen? Das möchten wir hier erörtern.

Wie genau funktioniert KI überhaupt?

Im Gegensatz zu herkömmlicher Software, die zuvor ganz präzise auf bestimmte Abläufe programmiert wurde und damit entsprechend statisch und in ihrer Performance beschränkt ist, handelt es sich bei KI um eine wesentlich leistungsfähigere Technologie. Denn sie ist durch die permanente Analyse der ihr zugespielten Daten in der Lage, Muster zu erkennen und logische Rückschlüsse zu ziehen. Sie lernt ständig weiter dazu, kann ihre Reaktionen verfeinern und damit immer konkreter auf die jeweilige Anforderung münzen.

Bestens nachvollziehbar wird das Ganze beim Einsatz KI-gestützter Algorithmen, die den Endverbraucher durch sein Klickverhalten im Netz kennenlernen und damit exakt seine Interessen entschlüsseln können. Dadurch lassen sich sehr persönliche Einkaufs- und Unterhaltungserlebnisse schaffen, da man sowohl beim Stöbern im Webshop als auch beim Zocken an Online Slots jeweils sehr individuell zugeschnittene Angebote unterbreitet bekommt, dank derer man länger auf der jeweiligen Plattform verweilt.

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Mithilfe von KI gelingt es darüber hinaus auch, dass Computersysteme eigenständige Lösungen entwickeln und sogar kreativ werden, indem diese beispielsweise Text- oder Bildmaterial auf Basis bereits erlernter Zusammenhänge erstellen. Programme wie ChatGPT oder Midjourney greifen genau diese Fähigkeiten auf.

Wo kommt KI bereits verstärkt zum Einsatz?

Tatsächlich müsste die Frage vermutlich eher lauten, wo bis dato noch gar nicht mit KI gearbeitet wird, denn die Verbreitung nimmt immer größere Ausmaße an. Vor allem von der Fähigkeit der Bild- und Spracherkennung wird bereits sehr intensiv Gebrauch gemacht, da sich dadurch unheimlich viel Aufwand und Zeit einsparen lassen und die Ergebnisse dieser Programme sich wirklich sehen lassen können.

In unserem Alltag begegnet uns KI daher sowohl in der Gesichtserkennungsfunktion unseres Mobiltelefons, als auch in der Nutzung von Sprachassistenten wie Siri oder Alexa. Der Spam-Filter im E-Mail-Postfach basiert ebenso auf KI wie die unterstützenden Suchfunktionen beim Googeln und ohne KI hätten weder Smart Homes noch ganze Smart Cities die notwendigen Voraussetzungen, sich autonom zu steuern.

Was Wirtschaftszweige angeht, so ist sicherlich das produzierende Gewerbe einer der Hauptabnehmer KI-gestützter Maschinen, die sehr viele Automatisierungsprozesse übernehmen, Fehlerquoten verringern und die Auslastung optimieren. Doch auch im Finanzwesen oder der Medizin wird immer mehr hochkarätige KI-Technik eingesetzt. Während sie an dieser Stelle beispielsweise Sicherheitsaspekte verbessert und Diagnosemethoden verfeinert, geht es währenddessen im Marketing und der Unterhaltungsindustrie verstärkt darum, hochwertigere Kundenerlebnisse zu generieren.

In welcher Form wird sie in Videospiele integriert?

Der ausgeprägte Servicegedanke steht auch bei Videogames an oberster Stelle, da den Spielern durch den Rückgriff auf KI noch faszinierendere Spielmomente sowie ein zunehmend tieferes Eintauchen in das digitale Universum ermöglicht werden sollen.

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Konkret passiert das auf zweierlei Weise, da KI einerseits bereits während der Software-Entwicklung eine wichtige Stütze darstellt und andererseits auch immer mehr zum festen Bestandteil der final veröffentlichten Games wird.

KI als unverzichtbares Tool im Entwicklungsprozess

Was den Aufbau der Spielwelten anbetrifft, so nutzt man KI beispielsweise, um digitale Entwürfe für die grafische Gestaltung zu erhalten, auf deren Grundlage menschliche Designer dann viel schneller zum Ziel gelangen. Zudem ist KI unverzichtbar, um Bugs zu erkennen, das Verhalten von Spielern während der Testläufe zu simulieren und um sicherzugehen, dass alle Funktionen auch für das mobile Spielen am Smartphone perfekt ausgereift sind.

KI als spannende Komponente des fertigen Videogames

Der große Anteil im Spielemarkt wird von Role-Playing-Games in einer Open-World-Umgebung beherrscht, in denen das Verhalten der beteiligten Charaktere sich auf das Storytelling auswirkt. Durch die gegebenen Freiheiten sind die Games an sich bereits extrem variabel, dennoch wurden mögliche Dialoge und Reaktionsmuster bisher zwangsläufig vorprogrammiert.

Mit KI ergibt sich die Möglichkeit, dass sich durch gewisse Verhaltensweisen neue Storyverläufe ergeben, weil die KI sich innerhalb gewisser Parameter an den Status Quo anpasst und damit das interaktive Spielerlebnis aufs nächste Level hebt. Die NPCs (Non-Player-Characters) agieren also nicht mehr nach vordefiniertem Schema oder festem Script, sondern können sich jeweils an das Spielerverhalten anpassen. Folglich lassen sich beispielsweise ganz individuelle Kämpfe oder auch nie stattgefundene Dialoge erzeugen.

Wie verändert sich das Spielerlebnis dadurch positiv?

Durch diese gesteigerten Handlungsfreiräume findet eine ständige Adaptation an das eigene Spielverhalten statt, wodurch man sich von allen bisher berechenbaren Reaktionsmustern verabschieden kann. Der Spielverlauf ist damit komplett offen und wird von mehr Überraschungsmomenten geprägt, die den Spieler neu herausfordern.

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Darüber hinaus werden die digitalen Welten am Bildschirm als noch realitätsgetreuer empfunden, weil KI kontinuierlich aus Bildern und Videoaufnahmen von echten Menschen lernt und damit deren Mimik, Gestik und Bewegungsabläufe immer perfekter nachbilden kann. Auch hierdurch wird die Qualität des Spielerlebnisses zusätzlich gesteigert.

Gibt es auch Kritikpunkte?

Die Branche ist zwar nach wie vor der Meinung, dass KI die Zukunft des Gamings von Grund auf revolutionieren wird, dennoch gibt es natürlich auch kritische Stimmen, die dem Trend nicht trauen. Bedenken existieren hauptsächlich hinsichtlich der Spielentwicklung, da KI keinesfalls komplett fehlerfrei ist und sich mitunter auch in Sackgassen manövrieren kann, die zu völlig widersprüchlichen Ergebnissen führen mögen. Da eine KI immer nur so leistungsstark ist wie die ihr zur Verfügung stehenden Daten, besteht keine Garantie, sich mit der Technologie konstant nach vorne zu entwickeln. Rein theoretisch kann sogar genau das Gegenteil passieren. Zudem hat die umfassende KI-Nutzung im Entwicklungsstadium zur Folge, dass es immer einfacher wird, ein Game zu erstellen, ohne wirklich vom Fach zu sein. Auch hierdurch können sich große Qualitätseinbußen für den gesamten Markt ergeben.